Kőszeg (Güns) ist eine Kleinstadt, in Komitat Vas, die im Alpenvorland liegt. Kőszeg besitzt zahlreiche Denkmäler und verzaubert mit einem ganz besonderen, mittelalterlichen Flair. Kőszeg’s Umgebung ist fast unberührt und bietet somit ein ausgezeichnetes Klima für Flora und Fauna.

Der Írottkő-Geschriebenstein Naturpark liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Gebirges von Kőszeg und ist bekannt als beliebter Erholungsort für Ausflügler, Wanderer und Radfahrer.

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Herz-Jesu-Pfarrkirche

Der Hauptplatz vor der Kirche ist jünger als die Innenstadt, aus der im 19. Jh. der Markt und die Messen hierher übersiedelten. Seine endgültige Form erhielt der Platz 1894 durch den Bau der Pfarrkirche Herz-Jesu. Der Entwurf der Kirche stammt von dem Architekten Ludwig Schöne, mit dessen Umsetzung man 1892 an der Stelle des ehemaligen Hotels Korona (Krone) begann. Die Maße der Kirche sind beeindruckend (49 x 19 x 17 m). Der Gebäudekomplex ist bis heute das größte Bauwerk von Kőszeg. Von dem 57 m hohen Glockenturm der im eklektischen Stil gebauten und das Stadtbild bestimmenden Kirche erklingt bis heute eine Turmmusik. Das Kircheninnere ist dreischiffig mit Querschiff und Apsis. Die eindrucksvoll schöne Bemalung der Gewölbe, Seitenwände und Säulen entstand nach dem Entwurf des österreichischen Künstlers Otto Kott. Aufgrund der Ost-West-Ausrichtung der Kirche wirken die farbigen Glasfenster nachmittags besonders prächtig. Die Orgel der Kirche wurde 1894 in der Werkstatt der berühmten Orgelmeister-Brüder Rieger gebaut.

Löwenbrunnen

Am Ende des Hauptplatzes findet sich die Löwenbrunnen, welche die Freundschaft der zwei Städten Vaihingen an der Enz und Kőszeg symbolisiert.

Jurisics-Platz

Die Innenstadt, die sich auf einer Fläche von 5 ha ausbreitet, ist seit dem 15. Jahrhundert durch eine Stadtmauer geschützt, die damals 73 Häuser umgab. Obwohl sie im Laufe der Jahrhunderte durch verheerende Brände mehrmals bis auf die Grundmauern niederbrannte, stehen in der Innenstadt auch heute 73 Häuser.

Das Rathaus

Das Rathaus erfüllt seine Funktion seit dem 14.-15. Jahrhundert ununterbrochen und bestimmt die Ausstrahlung des Jurisics tér. Sein heutiges Aussehen erhielt es nach 1597. Im Laufe der bis 1668 dauernden Bauarbeiten wurde eine zur Erhöhung des Gebäudes dienende Giebelwand aufgerichtet. Auf der Rathausfassade sind drei Wappen und zwei Wandgemälde zu sehen: links das viereckige Baronswappen von Miklós Jurisics, in der Mitte das Kleinwappen von Ungarn und rechts das 1446 von Friedrich III. verliehene und auch heute noch gültige Wappen der Stadt Kőszeg.

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Heldentor / Generalhaus

Das Heldentor oder der Heldenturm wurde 1932 in eklektischem Stil anlässlich des 400jährigen Jubiläums der erfolgreichen Verteidigung der Stadt gegen die Türken gebaut. Der Entwurf wurde von Flóris Opaterny erstellt. Das rechts vom Heldentor stehende Gebäude nennt man Generalhaus. Die Stadt kaufte das Haus 1719 von Tamás Nádasdy ab, um hier den General der Reitergarnison unterzubringen, daher der Name des Hauses. Im Haus befindet sich auch die Ausstellung des Kőszeger Kleingewerbes. Vom obersten Raum gelangt man auf den Panoramagang des Turmes, der einen schönen Ausblick auf die Stadt bietet.

Sgraffitohaus

Die Dekorationsart “sgraffito” stammt aus Italien und wurde in Kőszeg vielerorts verwendet. (Das italienische Wort “sgraffito” bedeutet “kratzen” und deutet damit auf das wesentliche dieser Dekorationstechnik hin: Mehrere Putzschichten verschiedener Farben werden auf die Wand gebracht, wobei die oberste am hellsten ist. Diese Schicht wird dann nach dem gewünschten Muster entfernt [abgekratzt] und die untere farbige Schicht kommt als Fassadendekor zum Vorschein). Das Hauptmotiv der Verzierung stellt eine Vase mit einem riesigen Blumenstrauß auf einer Balkonbalustrade dar.

Apothekenmuseum

„Apotheke zum Goldenen Einhorn”.  Apotheker Mátyás Svalla aus Böhmen eröffnete hier 1777 eine Apotheke. Im früheren Torweg wurde der Apothekenraum eingerichtet und der Dachboden als Trocknungsraum für Heilkräuter vorgesehen, der auch heute zur Ausstellung gehört. Im Hof des Museums kann man einen Kräutergarten besichtigen. Auch von innen ist das Museum äußerst sehenswert, wobei die aus fünf Regalsystemen bestehende Apothekeneinrichtung, die die Tischler-Jesuiten aus Eichenholz geschnitzt haben, besonders wertvoll ist. Die Möblierung wurde in österreichischem Barockstil hergestellt; die Ziermotive lassen italienischen Einfluss erkennen.

Die St. Emmerich-Kirche und die St. Jakob-Kirche

Die St. Emmerich-Kirche ist das Ergebnis einer im 17. Jahrhundert in religiöser Gewandung auftretenden nationalen Rivalität. Die Stadtbevölkerung gliederte sich nach 1558 in ethnische und nationale Gruppen, was sogar das Leben der Selbstverwaltung und der kirchlichen Institutionen bestimmte. Nachdem die stark gewordenen deutschen Lutheraner eine vorherrschende Rolle in der städtischen Selbstverwaltung spielten, vertrieben sie die ungarischen Kalvinisten aus der St. Jakob-Kirche. 1615 gab die Stadt dem Ersuchen der Kalvinisten zum Bau einer neuen Kirche statt. Mit dem Bau wurde der Kirschlager Baumeister Walent Marx beauftragt. Die Arbeit wurde 1640 jedoch vom Wiener Baumeister Wolf Zehentmayer beendet, der bereit war, dem Wunsch der ungarischen Gläubigen, ihre alte Kirche wiederhaben zu wollen, nachzukommen. Dementsprechend erhöhte er bei den ersten Erneuerungsarbeiten den Kirchturm.

Das ist zugleich die einzige Erklärung dafür, warum diese Kirche in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts noch immer gotische Stilmerkmale aufweist, obwohl neben der Renaissance auch das Barock auftauchte.

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Die Alte Bastei (Zwinger)

Die Nordseite der Bastei ist eine Fortsetzung der südlichen Stadtmauer. Ihre Fundamente stehen im Burggraben, der im Mittelalter noch 6-7 m tief war. Von hier aus kann man einen Blick auf den aufgeschütteten Stadtgraben werfen.

Ambrózy-Haus

Das Gebäude wurde unter Verwendung von Resten mittelalterlicher Häuser im Renaissancestil Ende des 16. Jh. erbaut und im 18. Jh. umgebaut. An der Fassade sieht man Graffito Verzierungen von 1570.

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Jurisics-Burg

 

Die Benennung Esterházy ist gerechtfertigt, weil die Familie Esterházy die Burg 236 Jahre besaß. Erst 1931 ging sie in den Besitz der ungarischen Militärkammer über und wird seit 1932 Jurisics-Burg genannt. Die einst “Untere Burg” genannte Festung erhielt ihre heutige Form nach dem großen Brand von 1777. Die zwei architektonischen Einheiten, die Vorburg und die Innere Burg können auch die heutigen Besucher leicht unterscheiden. Die Vorburg diente mit hoher Wahrscheinlichkeit als Schutz von Außen, was auch die ausgegrabenen enorm starken Mauerreste bestätigen. Zum Eingang der Vorburg gelangt man auf einer gemauerten Brücke über dem Burggraben. Von den beiderseits der Vorburg stehenden Gebäuden stammt der Nordflügel aus dem 17., der Südflügel aus dem 18. Jahrhundert. Hier wurden die Wache und das Bedienungspersonal der Burg untergebracht. Im Hof steht die Statue von Miklós Jurisics.

www.jurisicsvar.hu